Strategien und Quellen für die Stellensuche

Stellenangebote finden Sie heutzutage vorwiegend im Internet. Auch Printmedien können für ausgewählte Branchen oder den lokalen Arbeitsmarkt (noch) relevante Quellen sein.

Da viele Arbeitgeber einen Fachkräftemangel beklagen, sind in den letzten Jahren auch die Instrumente des Recruiting vielfältiger geworden. So gibt es immer mehr Fach- und Personalmessen, es werden Job-Hunter eingesetzt und Trainee-Programme aufgelegt. Das ist eine wichtige Entwicklung – denn nicht nur Sie suchen eine neue Aufgabe, auch Arbeitgeber suchen engagiert nach guten Mitarbeiter/innen. Wie Sie zusammenfinden? Da gibt es unterschiedliche Wege.

Recruiting Trends

Prof. Dr. Sven Laumer ist Mitautor der beiden Studienreihen "Recruiting Trends" und "Bewerbungspraxis" des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg. Im Interview spricht er über aktuelle Trends der Bewerbungspraxis.

Zum Interview

Online-Stellenmärkte und Jobbörsen

Heutzutage sind Stellenangebote im Internet das wirksamste und meist genutzte Medium von Arbeitgebern bei der Personalsuche. Dabei gilt es zu unterscheiden:

  • Stellenangebote eines Unternehmens, einer Behörde, einer Hochschule oder einer Organisation auf ihrer eigenen Website
  • Social Media wie Facebook, Instagram sowie Online-Business-Netzwerke wie LinkedIn, Xing u. a.
  • Stellenangebote von Mitgliedsorganisationen im Stellenportal von Verbänden oder Netzwerken (z. B. www.stiftungen.org)
  • Online-Stellenportale von Printmedien (z. B. Die Zeit, FAZ, Süddeutsche)
  • Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit
  • Branchen-, regionalspezifische oder kommunale Jobbörsen (auch internationale)
  • Meta-Jobbörsen mit einem i.d.R. nicht-spezifizierten Stellenangebot; dort finden sich auch Stellenausschreibungen, die schon an anderer Stelle im Internet zu finden sind. Die drei größten in Deutschland sind www.monster.de, www.stepstone.de und www.stellenmarkt.de.
  • Stellenangebote im Entwicklungsdienst und in der Entwicklungszusammenarbeit

Dabei ist zu beachten, dass freie Stellen vermehrt über Social Media-Kanäle veröffentlicht werden. Denn die Anzeigen in (kommerziellen) Jobportalen sind teilweise sehr teuer. Insbesondere kleinere Organisationen und Unternehmen nutzen daher ihre sozialen Medien und Online-Business-Netzwerke (wie XING oder Linked-In). Es lohnt sich also, die "News" der Wunsch-Arbeitgeber zu abonnieren bzw. sich mit diesen zu vernetzen.

Tipp

Mit Hilfe von Metasuchmaschinen, wie beispielsweise Kimeta oder Jobrobot können Sie mit einer Suchmaske in mehreren Jobbörsen gleichzeitig suchen. 

Wo werden welche Stellen veröffentlicht?

Das ist keine einfache Frage. Zunächst werden manche Stellen gar nicht ausgeschrieben, d.h. es gibt nur ein internes Verfahren oder Arbeitgeber gehen selbst auf Suche nach potentiellen Kandidat/innen.

Zudem sind einige Stellenbörsen als Serviceportale angelegt; sie sind i.d.R. kostenfrei für Mitglieder, der Service ist aber auch auf eine bestimmte Gruppe beschränkt. Zum Beispiel können auf www.bund.de nur Bundesbehörden und Einrichtungen, die sich über Bundesmittel finanzieren, ihre Stellenangebote einstellen. Andere Stellen im öffentlichen Dienst finden Sie dort nicht – das ist eine wichtige Hintergrundinformation. Zusätzlich unterstützt die Seite interamt die Stellensuche für den öffentlichen Dienst.

Viele branchenspezifische und regionale Portale sind kommerziell, das heißt, die Online-Anzeige kostet Geld. Für kleine zivilgesellschaftliche Organisationen, manche Kommune oder auch Universität stellt das eine Zugangsbarriere dar. Deren Ausschreibungen wird man eher auf kostenfreien Portalen und manchmal sogar nur auf der eigenen Website oder verstärkt in Social Media-Kanälen finden.

Es kann also hilfreich sein, in einem für Sie interessanten Jobportal nachzulesen, wie die Konditionen sind (z.B. bei "Über uns" oder im relevanten Menüpunkt der Sitemap unten auf der Startseite). Dann wissen Sie, ob Sie Ihre Suche auf andere Portale ausdehnen sollten.

Tipp

Viele Stellenbörsen aber auch einzelne Organisationen und Unternehmen bieten einen Informations-Service an. Per E-Mail werden Sie über neue Stellenangebote informiert.

Printmedien

Mehr als 20% der Stellenangebote finden sich nach wie vor in Printmedien. Zu den Printmedien zählen lokale oder überregionale Zeitungen, Fachzeitschriften sowie die Publikationen von Verbänden und anderen Herausgebern.

Für Stellenangebote, die exklusiv in einem Printmedium geschaltet werden, ist die Bedeutung dieser Quelle entsprechend groß. Ein Rückkehrer informierte uns z.B., dass die Mitgliedszeitschrift der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. nach wie vor das zentrale Medium für ihren branchenspezifischen Arbeitsmarkt sei.

Eine besondere Print-Jobbörse bietet der Wissenschaftsladen Bonn (WILA). Wöchentlich erscheinen der "WILA Arbeitsmarkt - Infodienst für Berufe in Umwelt und Natur" und der "WILA Arbeitsmarkt - Infodienst für Berufe in Bildung, Kultur und Sozialwesen". In diesem Infodienst findet sich eine sehr umfangreiche Zusammenstellung von Stellenangeboten der letzten Woche (bundesweit). Aufgrund einer Vereinbarung zwischen der AGdD und dem Wissenschaftsladen Bonn  können zurück gekehrte Fachkräfte aus dem Entwicklungsdienst ein Abonnement zu einem ermäßigten Preis erhalten. Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit uns auf.

Stellensuche auf dem "verdeckten Arbeitsmarkt"

Personalexperten halten den "verdeckten Arbeitsmarkt" für sehr viel größer als den öffentlichen. Die Personal- und Karriereberaterin Stephanie Boeker erläutert, was genau damit gemeint ist und welche Strategien bei der Stellensuche auf dem verdeckten Arbeitsmarkt zielführend sind.

Unabhängig davon gilt: Nutzen Sie Ihre persönlichen Kontakte, pflegen Sie Ihr berufliches Netzwerk zu früheren Arbeitskollegen/innen und erweitern Sie dieses auf digitale Netzwerke. Netzwerke wie das Spinnen-Netz oder XING und LinkedIn bieten gute Möglichkeiten dafür. Mit aussagekräftigen Online-Profilen in Social Media Kanälen gewinnen Sie auch an Sichtbarkeit.

In manchen Portalen können Sie auch ein Bewerberprofil einstellen und aktiv anzeigen, dass Sie arbeitssuchend sind. Für Consulting- und Berateraufträge sind Social Media Kanäle und insbesondere Online-Business-Netzwerke übrigens sehr nützlich: dort werden Sie eher gefunden. Und wenn Sie international auf Stellensuche sind, empfehlen wir, ein (englischsprachiges) Profil bei LinkedIn oder anderen spezialisierten Portalen anzulegen.

Dr. Antje Schultheis, Geschäftsleiterin des Job- und Kompetenzforums Spinnen-Netz, gibt in diesem transfer-Artikel Tipps für die Stellensuche in virtuellen und realen Netzwerken.

Ihre Erfahrungen bei der Stellensuche und beruflichen Orientierung in sozialen Netzwerken interessieren uns – schreiben Sie uns.

Schließlich sind auch Job- oder Fachmessen und Kongresse eine gute Gelegenheit, seine branchenspezifischen Kenntnisse aufzufrischen und mit potentiellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Informieren Sie sich über relevante Veranstaltungen und Messen und bereiten Sie sich auf den Besuch vor. Anregungen bietet der Beitrag der Personalentwicklerin Brigitte Simsek.

Tipp

Auch sollten Sie die Bedeutung Ihrer Kontakte aus dem Entwicklungsdienst für den hiesigen Arbeitsmarkt nicht unterschätzen. Über die Dienste wie auch unsere Kontakt- und Vernetzungsangebote können Sie dieses Netzwerk nicht nur pflegen, sondern auch gezielt erweitern. Nutzen Sie hierfür unser Fachkräftenetzwerk ConnectED.