Für langjähriges Engagement geehrt

Bundesverdienstkreuz für AGIAMONDO Fachkraft Martin Wilde

Im November 2025 hat Martin Wilde für sein langjähriges besonderes Engagement das Bundesverdienstkreuz aus den Händen von Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier erhalten. Zurzeit setzt sich Martin Wilde als AGIAMONDO-Fachkraft für die berufliche Ausbildung am Don Bosco Solar and Renewable Energy Center in Ghana ein. Wir gratulieren ganz herzlich und haben Martin Wilde gebeten, über seine aktuelle Arbeit in Ghana und die Bedeutung der Auszeichnung für ihn und das Projekt zu berichten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Martin Wilde, seiner Frau Nana und Tochter Stephie (im Vordergrund)

Von Martin Wilde

Bereits als junger Mensch hat mich Ghana – seine Menschen, seine Geschichte und seine Kultur – fasziniert. Den Salesianern Don Boscos in Deutschland und Ghana bin ich seit meiner Schulzeit in Bonn und danach aus meiner Tätigkeit für die Konrad-Adenauer-Stiftung in Ghana von 1998 bis 2002 eng verbunden. 2000 habe ich meine ghanaische Frau geheiratet, später als Gründungsvorsitzender des Ghana Forums NRW die Partnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und Ghana mitinitiiert. Das westafrikanische Land ist meine zweite Heimat und so wollte ich nach langen Jahren als Geschäftsführer des Bundes Katholischer Unternehmer und von Don Bosco Mondo wieder dorthin zurückkehren. Im Frühjahr 2021 bot sich die Gelegenheit: Ich reiste als Fachkraft für AGIAMONDO nach Ghana, um ein Projekt im Bereich der Beruflichen Bildung zu unterstützen.

Solar-Know-How vermittelt

2017 hatte der deutsche Elektroingenieur und Salesianer Bruder Christof Baum in Ashaiman, einem Vorort der ghanaischen Hauptstadt Accra, das Don Bosco Solar Center gestartet, das jungen Menschen eine solartechnische Ausbildung ermöglichte. Gemeinsam mit verschiedenen ghanaischen und deutschen Netzwerkpartnern entwickelten wir ein Konzept, um dieses Know-how an andere Berufsbildungszentren in Ghana weiterzugeben – eine Idee, die auch bei der Landesregierung in NRW auf Interesse stieß. Der Plan: ein landesweites Berufsbildungsnetzwerk Solartechnik aufzubauen, bei dem die solartechnische Grundausbildung an Berufsschulen in ganz Ghana stattfindet und die weiterführende Qualifizierung sowie die Lehrerfortbildung am Don Bosco Solar Center in Ashaiman.

Erfolgsgeschichte

Inzwischen haben sich knapp 70 Fachkräfte an 16 Berufsschulen landesweit solartechnisch fortgebildet. In diesem Jahr schließen wir die technische Ausstattung der letzten Berufsschulen ab – dann können alle eine praxisorientierte solartechnische Grundausbildung anbieten.
Ein Meilenstein war 2022 die Zertifizierung der weiterführenden Don Bosco Solarausbildung durch den Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die erste Zertifizierung dieser Art in Ghana überhaupt. Von den über 200 Absolventen dieses sechsmonatigen Aufbaukurses haben fast 80 Prozent einen Job oder die Zulassung zum Studium an einer Technischen Universität erhalten. 
Fünf Absolventen konnten 2025 in Zusammenarbeit mit der Delegation der deutschen Wirtschaft (AHK) und der Kreishandwerkerschaft Ruhr in reguläre Ausbildungsverhältnisse in Bochum vermittelt werden, dieses Jahr werden voraussichtlich neun weitere folgen.
Diese Erfolgsgeschichte wollen wir fortschreiben. Die Pionierarbeit in der Solartechnikausbildung soll nun im Bereich der Elektromobilität wiederholt werden – entsprechende Ausbildungskapazitäten dafür gibt es in Ghana bislang nicht. Erste Schritte sind aber getan: Im vergangenen Jahr wurden an der Akademie des Handwerks Ruhr die ersten 14 Fachkräfte in Hochvoltbatterietechnik fortgebildet.

Wertvoller Rückenwind

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier persönlich in der Residenz des deutschen Botschafters in Accra war eine große Ehre für mich und auch für meine Frau Nana und unsere Tochter Stephie, die beide einen großen Anteil an meinem Ghana-Engagement haben. 
Vor allem ist es aber auch eine Würdigung aller unserer Partner in Ghana und Deutschland, die diese Pionierarbeit unterstützen. Und es ist willkommener Rückenwind für unsere Projekte auf dem Weg in die grüne Transformation der ghanaischen Wirtschaft. 

Martin Wilde ist seit 2021 als Fachkraft mit AGIAMONDO in Ghana. Der Artikel erschien in Facetten der Rückkehr – transfer 01/2026.