Fortbildungsförderung

Mit dem Ziel, die berufliche Wiedereingliederung von (nach EhfG) entsandten Fachkräften in den deutschen oder europäischen Arbeitsmarkt bestmöglich zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über lange Zeit jährlich einen Betrag für die finanzielle Fortbildungsförderung von Rückkehrer*innen zur Verfügung gestellt. Es galt:

Das Förderungswerk der AGdD verwaltet die Mittel. Die Bedingungen für eine Förderung orientieren sich am Ausbildungsförderungsgesetz (BAföG) §§18ff. und sind in den vom BMZ formulierten Auflagen der Bewilligung festgeschrieben. Entscheidungen über Förderungen trifft ein vom AGdD Vorstand berufener Förderungsausschuss.

Seit 2020 ruht diese Komponente der Förderung; seitdem stehen keine Mittel für neue Darlehen mehr zur Verfügung.

Ergänzende Kurzinformation

Zielgruppe der finanziellen Fortbildungsförderung waren rückkehrende Fachkräfte aus dem Entwicklungsdienst, die mindestens zwei Jahre im Ausland tätig waren. Eine Fortbildungsförderung konnte gewährt werden bei:

  • Arbeitslosigkeit
  • Befristetem Arbeitsvertrag von weniger als einem Jahr
  • Beschäftigung unterhalb des Qualifikationsniveaus
  • Fehlender Möglichkeit wieder zum vorherigen Arbeitgeber/Dienstherren zurückzukehren
  • Fehlen anderer Finanzierungsmöglichkeiten (nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), Sozialgesetzbuch oder andere)
  • Ende des (letzten) EH-Vertrages liegt max. 24 Monate zurück.

Die Förderung wurde ab 2010 ausschließlich als zinsfreies Darlehen gewährt und umfasste die Kosten der Fortbildung und des Lebensunterhaltes. Zudem war es möglich, eine Unterstützung für den Unterhalt der im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehepartner*in und Kinder zu beantragen (Zuschuss).

Verlauf der Fortbildungsförderung

Der Verlauf der Fortbildungsförderung gliedert sich in vier Phasen:

  • Phase I: die Antragsphase
  • Phase II: die Durchführungsphase (Abschluss Fortbildungsförderungsvertrag, Auszahlung des Darlehens, Teilnahme an Fortbildung)
  • Phase III: die Ruhephase (Ende der Darlehenszahlung - i.d.R. nach Abschluss der Fortbildung; 3 – 5 Jahre keine Tilgungspflicht)
  • Phase IV: die Tilgungsphase (reguläre oder frühzeitige Tilgung nach Ausbildungsförderungsrecht §18 und §18a).

Die finanzielle Förderung war für viele rückkehrende Fachkräfte eine tolle Chance der Weiterqualifizierung nach dem Dienst und viele haben diese genutzt. In der transferhaben sie oft über ihre Werdegänge und beruflichen Erfolge berichtet. Mit vielen Darlehensnehmer*innen besteht ein langjähriger und fruchtbarer Austausch – bis heute.