Rückkehrer-Arbeit der Dienste

Die Rückkehr nach Deutschland bedeutet meist auch das Ende des Vertrags. Das Engagement der Dienste für "ihre" zurückgekehrten Fachkräfte im Entwicklungsdienst oder Zivilen Friedensdienst geht trotzdem weiter. Rückkehrertage, Debriefing und Alumnitreffen bilden nur eine Seite davon ab. Denn auch langfristig kümmern sich die Dienste um die Rückkehrer/innen: durch persönliche Beratung, die Möglichkeit zur ehrenamtlichen Mitarbeit oder dem Zugang zu speziellen Rückkehrer-Seminaren, wie sie auch das Förderungswerk der AGdD anbietet.

 

Eine Vorstellung der Rückkehrerarbeit der Dienste finden Sie hier:

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Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. (AGEH)

 

Rückkehrer/innen-Auswertungstage

Die Auswertungstage sind Bestandteil der AGEH-Personalentwicklung für alle AGEH Fachkräfte und finden fünf Mal jährlich statt.

Zum Ende ihrer Dienstvertragszeit reflektieren Fachkräfte zugewonnenes Fach- und Erfahrungswissen aus der personellen Entwicklungszusammenarbeit, um es für die Zeit der Rückkehr und ihr Wirken in den kommenden Lebens- und Arbeitskontexten nutzbar zu machen. Themen sind beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen Partnern, AGEH und der Fachkraft und der Einfluss der Erfahrungen und Ergebnisse während des Entwicklungsdienstes auf die Partnerprojekte und -prozesse. Darüber hinaus werden auch persönliche und berufliche Zukunftspläne thematisiert sowie Möglichkeiten des entwicklungspolitischen Engagements in Deutschland. Die Rückkehrer/innen der AGEH erhalten zudem finanzielle Unterstützung, um an Seminaren von BfdW oder spezifischen Fach-Netzwerken teilzunehmen, um ihr Erfahrungswissen dort einzubringen.

Des Weiteren werden im Magazin contacts Erfahrungsberichte von Fachkräften veröffentlicht.


Brot für die Welt - evangelischer Entwicklungsdienst (BfdW - EED)

 

Inlandsvertragsstellen von Brot für die Welt

Rückkehrer/innen aus dem Entwicklungsdienst haben durch das Kennenlernen fremder Kulturen gelernt, die eigenen Werte und Grundlagen in Frage zu stellen. Sie haben die Not und Ungerechtigkeit in vielen Ländern hautnah erfahren und können und wollen dazu beitragen, den Prozess des Umdenkens und Umsteuerns in der eigenen Gesellschaft zu unterstützen.

Das Programm zielt darauf ab, dass zurückgekehrte Fachkräfte von Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst ihre in Übersee gemachten Erfahrungen in die entwicklungsbezogene Bildungs- und Informationsarbeit in Deutschland einbringen. Inlandsverträge werden auf Antrag von entwicklungspolitischen Akteuren und Bildungseinrichtungen abgeschlossen.

Antragsteller können kirchliche und säkulare Einrichtungen sein, die dem Ziel des Konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung verpflichtet sind (das sind z.B. Bildungseinrichtungen, Menschenrechtsgruppen, entwicklungspolitische Initiativen oder Umweltorganisationen). Im Konzept für die Stelle ist deutlich herauszuarbeiten, welche Qualifikation/Überseeerfahrung für das geplante Projekt erforderlich ist.

Die Laufzeit von Inlandsverträgen kann bis zu 3 Jahren betragen. Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst kann einen anteiligen Personalkostenzuschuss von 50% (in Ausnahmefällen bis zu 90%) gewähren. Der Träger muss neben einem Eigenanteil zur Deckung der Personalkosten, die Sach- und Programmkosten finanzieren.

Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst ist sehr daran gelegen, dass die Arbeit seiner geförderten Stellen bekannt wird und dass möglichst viele Gruppen, Gemeinden und Bildungseinrichtungen von ihr profitieren.

Bildungs- und Qualifizierungsprogramm für zurückgekehrte Fachkräfte

Brot für die Welt bietet in der Bildungsstelle Nord ein Bildungs- und Qualifizierungsprogramm an, das dazu dient, zurückgekehrte Fachkräfte und andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bei deren eigener Bildungsarbeit zu unterstützen. Ziel der Angebote für zurückgekehrte Fachkräfte ist, dass sie ihr im Auslandseinsatz erworbenes Wissen und ihre Erfahrungen sinnvoll in zivilgesellschaftliche Gruppen oder in Bildungseinrichtungen einbringen. Die Bildungsstelle Nord bietet ihnen dafür das nötige Handwerkszeug.

Die Bildungsstelle Nord

  • beantwortet Fragen zur entwicklungsbezogenen Bildungsarbeit und bietet methodisch-didaktische Beratung an,
  • vermittelt Referentinnen und Referenten, die über entwicklungspolitische Themen oder einzelne Länder berichten,
  • organisiert Seminare und Veranstaltungen zu entwicklungspolitischen und interkulturellen Themen (Schwerpunkt Methoden-Fortbildungen).

Der RückkehrerInnen-Ausschuss (RKA) bei Brot für die Welt

Der RKA ist die Selbstorganisation der RückkehrerInnen bei Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst. Er ist das Vertretungs- und Beratungsgremium der RückkehrerInnen mit dem Ziel informeller Hilfestellung für Fachkräfte bei deren Rückkehr und Wiedereingliederung.

Seit 1960 haben Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst und seine Vorgängerorganisation Dienste in Übersee (DÜ) mehr als 3.500 Fachkräfte im Rahmen kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit vermittelt. Der RKA entstand 1977 auf Initiative von zurückgekehrten Fachkräften aus dem kirchlichen Entwicklungsdienst.

Der RKA setzt sich zusammen aus VertreterInnen, die auf den Auswertungsseminaren von Brot für die Welt für zurückgekehrte Fachkräfte gewählt werden. Die Mitglieder des RKA arbeiten ehrenamtlich und treffen sich dreimal im Jahr zu ihren Arbeitssitzungen.

Der RKA bringt die Erfahrungen der zurückgekehrten Fachkräfte in verschiedene Gremien von Brot für die Welt ein. Er nimmt so Einfluss auf die inhaltliche Gestaltung und Weiterentwicklung von Programmen und Projekten. Er arbeitet zusammen mit Institutionen, Gruppen und interessierten Personen, die entwicklungsbezogene Bildungsarbeit in Deutschland leisten.

Die Mitglieder des RKA vermitteln Informationen und persönliche Erfahrungen aus dem kirchlichen Entwicklungsdienst. So können Kirchengemeinden, Kirchentage, Schulen, Medien, Agenda 21-Gruppen und Eine-Welt-Initiativen diese interkulturellen Kompetenzen für ihre Arbeit nutzen. Dies schafft einen anderen Blick auf die Lebensweise und Probleme der Menschen im Süden. RückkehrerInnen geben dadurch auch Anstöße für die Arbeit und Veränderungen im Zusammenleben in Deutschland.


Christliche Fachkräfte International e.V. (CFI)

 

Christliche Fachkräfte International sieht den Rückkehr-Prozess nach Deutschland als ein wichtiges Element der Begleitarbeit einer Entsendung an. Für rückkehrende CFI-Mitarbeiter wird daher ein umfassendes Begleit-Programm angeboten.

Dieses reicht von der begleitenden Rückkehrvorbereitung bereits in den letzten Auslandsmonaten über die Vermittlung von Beratungsleistungen in Bezug auf den beruflichen Wiedereinstieg (hier wird insbesondere das Angebot des Förderungswerks der AGdD sehr geschätzt) bis hin zu internen und externen Reflexionsgesprächen, DeBriefings und speziellen Rückkehrerseminaren.

Teil davon ist auch eine Alumni-Arbeit mit Ehemaligenfreizeiten und Engagementmöglichkeiten, beispielsweise in der Öffentlichkeitsarbeit oder der Projekt-Vorbereitung und Begleitung "der nächsten Generation".


EIRENE - Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V.

 

Zurückgekehrte Fachkräfte sind herzlich zum jährlichen Treffen zu spezifischen Themen am Pfingstwochenende eingeladen.

Neben den Abschlussgesprächen in der Geschäftsstelle in Neuwied können die Fachkräfte gemeinsam mit zurückgekehrten Freiwilligen an den viertägigen Rückkehrseminaren im März, August und September teilnehmen.

Darüber hinaus freuen wir uns, wenn zurückgekehrte Fachkräfte Mitglieder bei EIRENE werden und sich in den verschiedenen EIRENE-Gremien, wie zum Beispiel dem Vorstand, ehrenamtlich engagieren und somit den Verein aktiv mitgestalten.

Weitere Mitwirkungsmöglichkeiten bestehen in der Personalauswahl, der Übernahme von Honoraraufträgen und der Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit.


Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (forumZFD)

 

Unsere Fachkräfte begleiten wir bereits vor ihrer Rückkehr durch einen engen Austausch und spezifische Informationen. Anschließend sind sie zu einem intensiven De-Briefingtag in unsere Geschäftsstelle in Köln eingeladen. Zur weiteren Nachbereitung des Einsatzes bieten wir Coachings an.

Den Einsatz unserer ehemaligen Fachkräfte als Trainerinnen, Gutachter oder Beraterinnen - z. B. für unser Programm der Kommunalen Konfliktberatung in Deutschland - unterstützen wir ebenso wie ehrenamtliche Tätigkeiten bei Kampagnen und Veranstaltungen des forumZFD. Auch für Veranstaltungen des Konsortiums Ziviler Friedensdienst oder auf Anfrage für andere Organisationen, Schulen etc. vermitteln wir Rückkehrende als Referentinnen und Referenten.

Eine freiwillige Vereinsmitgliedschaft im Forum Ziviler Friedensdienst e. V. im Anschluss an die Einsatzzeit (oder bereits während der Tätigkeit für das forumZFD) ermöglicht allen Fachkräften und Mitarbeitenden mit uns in Verbindung zu bleiben und wichtige Entscheidungen mitzugestalten.


Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

 

Die GIZ bietet Rückkehrer/innen bis zu sechs Monate nach Vertragsende ein dreitägiges De-Briefing-Seminar in Bonn an.

Die einmal monatlich stattfindenden Rückkehrtage bieten ein Forum für konstruktiven Austausch mit anderen EH sowie Kolleg/innen der GIZ. Mit diesem Angebot wird zurückgekehrten Fachkräften die Gelegenheit gegeben, ihre Zeit im Partnerland persönlich und fachlich zu reflektieren, ihre Arbeitserfahrungen aufzuarbeiten und in die GIZ einzuspeisen.

Außerdem werden sie bei allen Fragen zur Rückkehr sowie bei der sozialen und beruflichen Reintegration beraten und unterstützt. Schließlich übernimmt die GIZ eine Brückenfunktion zur Engagement Global und fördert so das Engagement von zurückgekehrten EH, die ihre im Partnerland gewonnenen Erfahrungen in die europäische Gesellschaft einbringen möchten, um so einen weiteren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Mit den De-Briefings wird zum Wissensmanagement im Unternehmen und damit auch zur Qualitätssicherung des EH-Einsatzes beigetragen.


Weltfriedensdienst e.V. (WFD)

 

Zurückgekehrte Fachkräfte können ihre Lern- und Lebenserfahrungen in die Bildungsarbeit des Weltfriedensdienstes einbringen. Sie werden auch regelmäßig an Gruppen vermittelt, die Expertise aus der Friedens- und Entwicklungszusammenarbeit anfragen. Sie gestalten regelmäßig entwicklungspolitische Seminare im Rahmen des Weltfriedensdienstprogrammes work4peace und berichten dort von Ihren Erfahrungen.