Psychische Gesundheit im ED und danach

Anne Baumann ist Diplom-Psychologin und arbeitet an der Uniklinik Köln. Vorher war sie in der Wissenschaft tätig.

Seit über 10 Jahren ist sie in der Auswahl, Vorbereitung und Begleitung von Freiwilligen, die ins Ausland gehen, aktiv. Außerdem absolviert sie die Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin.  

Für die AGdD hat sie Hinweise und Tipps bei psychischen Belastungen für (ehemalige) Fachkräfte zusammengetragen. 

Hinweise und Tipps für (ehemalige) Fachkräfte

Psychische Gesundheit ist ein Thema, das jeden Menschen betrifft. Von Geburt an beeinflussen unsere Erfahrungen, wie wir später mit ähnlichen Situationen umgehen, was wir denken, wie wir uns fühlen, welche Erwartungen wir mitbringen und wie wir uns verhalten. Dabei gehören die schwierigen Momente genauso zu unserem Leben wie die glücklichen. Man geht davon aus, dass 30-50 % aller Menschen im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal eine Phase erleben, in denen ihre Strategien, um den Alltag zu meistern, an eine Grenze stoßen und sie professionelle Unterstützung benötigen.

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    Der Entwicklungsdienst stellt eine besondere Lebenserfahrung dar, die entscheidende Veränderungen auf psychische Prozesse und soziale Strukturen mit sich bringen kann. Fachkräfte und mit-gereiste Familienangehörige sammeln eine Vielzahl von positiven Erlebnissen, lernen eine andere Kultur kennen, erleben sich in einem anderen Umfeld und wachsen an dem, was sie in dieser Zeit erleben. Sie sind aber auch mit Herausforderungen vor, während und nach dem Entwicklungsdienst konfrontiert. Manche Erfahrungen sind belastend oder schwierig, zum Beispiel Konflikte, Unfälle, Krankheiten, das Erleben von Gewalt oder Armut. Belastungen wirken auch nach, die Folgen können sich erst mit zeitlicher Verzögerung zeigen.

    Auch die Rückkehr kann schwierig sein. Die frühere Heimat erscheint auf einmal fremd, man trifft bei Familie und Freund*innen vielleicht auf weniger Verständnis als erhofft, oder es fällt schwer, sich auf dem deutschen oder europäischen Arbeitsmarkt wieder einzufinden.

    Es ist wichtig, auf psychische Gesundheit zu achten. Oft helfen schon kleine Veränderungen, um sich besser zu fühlen. Manchmal braucht man auch Unterstützung von anderen. In dieser Phase gilt es, sich gut um sich selbst zu kümmern und Hilfe zu suchen, wenn das nicht reicht. Im Übrigen können Menschen mit vergleichbaren Erfahrungen ganz unterschiedlich reagieren. Darum sollte man auch mit-gereiste Familienangehörige, vor allem Kinder, im Blick haben.



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    Einen Überblick über diese und weitere Anlaufstellen hat Anne Baumann für uns zusammengestellt:


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