Stellensuche & Bewerbung

Nur wenige Fachkräfte gehen nach dem Entwicklungsdienst an ihren alten Arbeitsplatz in Deutschland (bzw. EU) zurück. Sie haben sich verändert, Erfahrungen und Kompetenzen hinzugewonnen und interessieren sich für neue berufliche Wege.

In der ersten Phase der Stellensuche braucht es dann auch eine Orientierung: Wie sieht der Arbeitsmarkt im Moment aus? Wo finde ich, möglichst gebündelt, Stellenangebote, die meinen Interessen und Ambitionen entsprechen? Und wenn ich ein vielversprechendes Stellenangebot gefunden habe – wie bewerbe ich mich am besten? Braucht es eine Strategie und wie könnte diese aussehen?

Wir haben hier einige Hinweise für Sie zusammengestellt. Und wir beraten Sie gerne: kontaktieren Sie uns.

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Strategien und Quellen für die Stellensuche

Stellenangebote finden Sie heutzutage vorwiegend im Internet. Auch Printmedien können für ausgewählte Branchen oder den lokalen Arbeitsmarkt (noch) relevante Quellen sein.

Da viele Arbeitgeber einen Fachkräftemangel beklagen, sind in den letzten Jahren auch die Instrumente des Recruiting vielfältiger geworden. So gibt es immer mehr Fach- und Personalmessen, es werden Job-Hunter eingesetzt und Trainee-Programme aufgelegt. Das ist eine wichtige Entwicklung – denn nicht nur Sie suchen eine neue Aufgabe, auch Arbeitgeber suchen engagiert nach guten Mitarbeiter/innen. Wie Sie zusammenfinden? Da gibt es unterschiedliche Wege.

Online-Stellenmärkte und Jobbörsen

Tipp:

Mit Hilfe von Metasuchmaschinen, wie beispielsweise Kimeta oder iCjobs können Sie mit einer Suchmaske in mehreren Jobbörsen gleichzeitig suchen. 

Heutzutage sind Stellenangebote im Internet das wirksamste und meist genutzte Medium von Arbeitgebern bei der Personalsuche. Dabei gilt es zu unterscheiden:

  • Stellenangebote eines Unternehmens, einer Behörde, einer Hochschule oder einer Organisation auf ihrer eigenen Website
  • Stellenangebote von Mitgliedsorganisationen im Stellenportal von Verbänden oder Netzwerken (z. B. www.stiftungen.org)
  • Online-Stellenportale von Printmedien (z. B. Die Zeit, FAZ)
  • Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit
  • Branchen-, regionalspezifische oder kommunale Jobbörsen (auch internationale)
  • Jobportale in Social Media Kanälen (z.B. bei Xing)
  • Meta-Jobbörsen mit einem i.d.R. nicht-spezifizierten Stellenangebot; dort finden sich auch Stellenausschreibungen, die schon an anderer Stelle im Internet zu finden sind. Die drei größten in Deutschland sind www.monster.de, www.stepstone.de und www.stellenmarkt.de
  • Stellenangebote im Entwicklungsdienst und in der Entwicklungszusammenarbeit

Wo werden welche Stellen veröffentlicht?

Tipp:

Viele Stellenbörsen aber auch einzelne Organisationen und Unternehmen bieten einen Informations-Service an. Per E-Mail werden Sie über neue Stellenangebote informiert.

Das ist keine einfache Frage. Zunächst werden manche Stellen gar nicht ausgeschrieben, d.h. es gibt nur ein internes Verfahren oder Arbeitgeber gehen selbst auf Suche nach potentiellen Kandidat/innen.

Zudem sind einige Stellenbörsen als Serviceportale angelegt; sie sind i.d.R. kostenfrei für Mitglieder, der Service ist aber auch auf eine bestimmte Gruppe beschränkt. Zum Beispiel können auf www.bund.de nur Bundesbehörden und Einrichtungen, die sich über Bundesmittel finanzieren, ihre Stellenangebote einstellen. Andere Stellen im öffentlichen Dienst finden Sie dort nicht – das ist eine wichtige Hintergrundinformation.

Viele branchenspezifische und regionale Portale sind kommerziell, das heißt, die Online-Anzeige kostet Geld. Für kleine zivilgesellschaftliche Organisationen, manche Kommune oder auch Universität stellt das eine Zugangsbarriere dar. Deren Ausschreibungen wird man eher auf kostenfreien Portalen und manchmal sogar nur auf der eigenen Website finden.

Es kann also hilfreich sein, in einem für Sie interessanten Jobportal nachzulesen, wie die Konditionen sind (z.B. bei "Über uns" oder im relevanten Menüpunkt der Sitemap unten auf der Startseite). Dann wissen Sie, ob Sie Ihre Suche auf andere Portale ausdehnen sollten.

Online-Jobbörsen

Es gibt einige Online-Jobbörsen, die für rückkehrende Fachkräfte aus dem Entwicklungsdienst besonders interessant sind.

Eine Auswahl finden Sie hier.

Jobbörsen EZ

Viele rückkehrende Fachkräfte suchen gezielt nach Stellen in der Entwicklungs­zusammenarbeit und / oder der Internationalen Zusammenarbeit. Wir haben eine Übersicht relevanter Jobportale für Sie zusammengestellt.

Jobbörsen Internationale Organisationen

Eine Liste mit Webseiten, auf denen Sie sich über aktuelle Stellen-Ausschreibungen bei Internationalen Organisationen informieren können, finden Sie hier.

Printmedien

Mehr als 20% der Stellenangebote finden sich nach wie vor in Printmedien. Zu den Printmedien zählen lokale oder überregionale Zeitungen, Fachzeitschriften sowie die Publikationen von Verbänden und anderen Herausgebern.

Für Stellenangebote, die exklusiv in einem Printmedium geschaltet werden, ist die Bedeutung dieser Quelle entsprechend groß. Ein Rückkehrer informierte uns z.B., dass die Mitgliedszeitschrift der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. nach wie vor das zentrale Medium für ihren branchenspezifischen Arbeitsmarkt sei.

Eine besondere Print-Jobbörse bietet der Wissenschaftsladen Bonn (WILA). Wöchentlich erscheinen der "WILA Arbeitsmarkt - Infodienst für Berufe in Umwelt und Natur" und der "WILA Arbeitsmarkt - Infodienst für Berufe in Bildung, Kultur und Sozialwesen". In diesem Infodienst findet sich eine sehr umfangreiche Zusammenstellung von Stellenangeboten der letzten Woche (bundesweit). Aufgrund einer Vereinbarung zwischen der AGdD und dem Wissenschaftsladen Bonn  können zurück gekehrte Fachkräfte aus dem Entwicklungsdienst ein Abonnement zu einem ermäßigten Preis erhalten. Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit uns auf.

Stellensuche auf dem "verdeckten Arbeitsmarkt"

Personalexperten halten den "verdeckten Arbeitsmarkt" für sehr viel größer als den öffentlichen. Die Personal- und Karriereberaterin Stephanie Boeker erläutert, was genau damit gemeint ist und welche Strategien bei der Stellensuche auf dem verdeckten Arbeitsmarkt zielführend sind.

Unabhängig davon gilt: Nutzen Sie Ihre persönlichen Kontakte, pflegen Sie Ihr berufliches Netzwerk zu früheren Arbeitskollegen/innen und erweitern Sie dieses auf digitale Netzwerke. Netzwerke wie das Spinnen-Netz oder XING und LinkedIn bieten gute Möglichkeiten dafür. Mit Online-Profilen in Social Media Kanälen gewinnen Sie auch an Sichtbarkeit.

In manchen Portalen können Sie auch ein Bewerberprofil einstellen und aktiv anzeigen, dass Sie arbeitssuchend sind. Für Consulting- und Berateraufträge sind Social Media Kanäle übrigens auch sehr nützlich: dort werden Sie eher gefunden. Und wenn Sie international auf Stellensuche sind, empfehlen wir, ein (englischsprachiges) Profil bei LinkedIn anzulegen.

Ihre Erfahrungen bei der Stellensuche und beruflichen Orientierung in sozialen Netzwerken interessieren uns – schreiben Sie uns.

Dr. Antje Schultheis, Geschäftsleiterin des Job- und Kompetenzforums Spinnen-Netz, gibt Tipps für die Stellensuche in virtuellen und realen Netzwerken.

Schließlich sind auch Job- oder Fachmessen und Kongresse eine gute Gelegenheit, seine branchenspezifischen Kenntnisse aufzufrischen und mit potentiellen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Informieren Sie sich über relevante Veranstaltungen und Messen und bereiten Sie sich auf den Besuch vor. Anregungen bietet der Beitrag der Personalentwicklerin Brigitte Simsek.

Tipp:

Auch sollten Sie die Bedeutung Ihrer Kontakte aus dem Entwicklungsdienst für den hiesigen Arbeitsmarkt nicht unterschätzen. Über die Dienste wie auch unsere Kontakt- und Vernetzungsangebote können Sie dieses Netzwerk nicht nur pflegen, sondern auch gezielt erweitern. Nutzen Sie hierfür unser Fachkräftenetzwerk ConnectED.


Die (schriftliche) Bewerbung gestalten

Eine überzeugende Bewerbung ist der erste Schritt zu Ihrer neuen Wunschstelle. Der Anspruch an die "perfekte" Bewerbung ist bekannt: Sie haben die Stellenausschreibung genau gelesen und analysiert und sich auch darüber hinaus über den Arbeitgeber und das Aufgabengebiet informiert.

Ansprechend und übersichtlich gestaltet, klar und prägnant formuliert – und selbstverständlich fehlerfrei – bringen Sie nun auf den Punkt, warum Sie mit Ihren Qualifikationen, Erfahrungen und Kompetenzen, die oder der Richtige für die Stelle sind. Dabei kommen Sie nicht nur professionell überzeugend, sondern auch persönlich sympathisch rüber. Auch Ihre Motivation für den neuen Arbeitsplatz ist deutlich.

Anschreiben und Lebenslauf

All das gelingt Ihnen mit einem Anschreiben (professionell wie ein Geschäftsbrief gestaltet) auf einer Seite, einem Lebenslauf von zwei bis maximal drei Seiten inklusive einem aktuellen, möglichst professionell gemachten Foto und perfekt gescannten Arbeits- und Ausbildungszeugnissen.

Es ist empfehlenswert, alle Dokumente in oben genannter Reihenfolge in einem PDF-Dokument zusammenzuführen. Geben Sie der Datei einen aus Empfängersicht sinnvollen Dateinamen (z.B. Nachname_Vorname_Bewerbung_als_) in einer Dateigröße von maximal 3 MB Umfang (manche Arbeitgeber sind da großzügiger). Diese Ansprüche sind schnell formuliert und Ihnen vermutlich nicht neu. Die Herausforderung liegt in der Umsetzung.

Literatur

Aus Bewerbersicht bleibt in vielen Stellenausschreibungen manches unklar. Eine Seite Anschreiben, zwei bis drei Seiten Lebenslauf – wie soll man da die vielfältigen Erfahrungen und Kompetenzen unterbringen? Die Formulierung und Gestaltung einer Bewerbung kostet viel Zeit und Mühe. Und wenn dann keine Einladung zum Vorstellungsgespräch kommt, fragt man sich, ob und wie man die Bewerbung noch überzeugender formulieren und gestalten könnte.

Empfehlungen, Anregungen und Informationen über aktuelle Standards bietet die umfangreiche Literatur zum Thema Bewerbung. Angebot und Bandbreite der Bewerbungsliteratur sind groß.

Seit Jahren mit vielen Publikationen vertreten sind die beiden Autorenduos Hesse/Schrader und Püttjer/Schnierda – mit umfangreichen Büchern, die relevante Schritte des Bewerbungsprozesses wie schriftliche Bewerbung, Initiativbewerbung, Vorstellungsgespräch oder Assessment Center abdecken. Die Webseiten der beiden Autorenduos bieten Hinweise auf die erhältlichen Bücher, auch als eBooks.

Ebenfalls empfehlenswert ist der Duden-Ratgeber "Professionelles Bewerben – Von der Stellensuche zum erfolgreichen Vorstellungsgespräch". Wer das Geld für Bewerbungsratgeber sparen möchte, kann sich auch online auf den Informationsseiten der Jobbörsen kostenlos informieren.

Fomulare, Formate, Struktur

Manche Arbeitgeber nutzen von ihnen erstellte Formulare – für den Lebenslauf oder auch als Ergänzung der oben genannten Bewerbungsunterlagen. Andere fordern einen Lebenslauf im Format 'Europass' an. Dieses Format können Sie aber auch nutzen, wenn es nicht explizit genannt ist. Auf der Europass-Website können Sie das Formular herunterladen oder Ihren Lebenslauf online erstellen. Dort finden Sie auch einen Leitfaden und Musterbeispiele in deutscher und anderen EU-Sprachen.

Das Wichtigste ist, dass Ihr Lebenslauf gut strukturiert ist und ein Personalverantwortlicher in kürzester Zeit Ihr Profil erfassen kann. Standardisierte Formate bieten da Vorteile, allerdings verschwindet dahinter auch schnell die persönliche Note.

Ein Lebenslauf sagt, unabhängig vom Inhalt, einiges über die Bewerberin oder den Bewerber aus. In Gestaltung und Layout können Sie nämlich auch Ihre kreative Seite zeigen. Darüber hinaus gibt es branchenspezifische Anforderungen. Eine Bewerbung im akademischen Umfeld erfordert eine Publikationsliste, Gutachter/innen sollten (Auszüge) ihrer Kundenliste präsentieren und manche Arbeitgeber wünschen sich (sonst unübliche) Angaben zur Religionszugehörigkeit oder (ehrenamtlichem) politischen Engagement.

Individuelle Beratung zu Ihren Bewerbungsunterlagen

Wenn Sie Ihre Bewerbungsunterlagen besprechen möchten, melden Sie sich bei uns. Als Fachkraft oder Rückkehrer/in aus dem Entwicklungsdienst können Sie und auch Ihre mit ausgereiste Partnerin / Ihr Partner – kostenlos – unser Beratungsangebot nutzen.

Besonders empfehlenswert ist es, einen gemeinsamen Blick auf die Ausschreibung zu werfen und herauszuarbeiten, wie Sie die passgenaue Bewerbung gestalten könnten.

Weitere Informationen zu Stellensuche und Bewerbungsstrategien finden Sie in der transfer 03/2015.

Bitte beachten Sie auch den Artikel "Das Vorstellungsgespräch" von Birgit Löding sowie unser Seminar "Bewerbungstraining und strategische Orientierung für die Stellensuche" vom 8. bis 10. September 2017 in Heppenheim.