Aktiv im Pazifik-Netzwerk

Auch als Rückkehrer noch im Ausland engagiert

Carsten Klink

Ab 2004 habe ich insgesamt zehn Jahre mit verschiedenen EZ-Organisationen und in mehreren Projekten im Süd-Pazifik, konkret in Papua-Neuguinea und Bougainville, gearbeitet. Meine Entsender waren das bayrische Missionswerk Mission Eine Welt und die österreichische Organisation HORIZONT3000.

Über die Jahre begleitet haben mich dabei der Verein Pazifik-Netzwerk e.V. und die mit diesem verbundene Pazifik-Informationsstelle. Hierüber konnte ich viele persönliche und berufliche Kontakte schließen und mich bestens mit Hintergrundinformationen und Nachrichten aus der pazifischen Region versorgen.

Nun selbst Mitglied im Netzwerk:

Nach der Rückkehr 2015 musste ich mich zunächst beruflich vollständig neu orientieren – schließlich hatte ich nie „richtig“ in Deutschland gearbeitet. Gleichzeitig besuchte ich die Veranstaltungen des Netzwerks, wurde als Referent zur jährlichen Konferenz eingeladen und später in den Vorstand gewählt.

Als Aktiver plane ich zum Beispiel Veranstaltungen, gestalte die inhaltliche Arbeit des Vereins mit und betreue pazifische Gäste unserer Netzwerkpartner. Vor allem aber tausche ich mich regelmäßig mit anderen Aktiven aus und bleibe so in Kontakt mit ehemaligen Freunden und Kollegen aus Papua-Neuguinea. Auch wenn mein Ehrenamt viel Arbeit mit sich bringt – ich möchte den Austausch im Netzwerk wirklich nicht missen.

Die Mitglieder haben sehr unterschiedliche Perspektiven auf den Pazifik – es sind Wissenschaftler, ehemalige Fachkräfte, beruflich oder persönlich mit dem Pazifik Verbundene oder auch politisch Aktive. Letztere engagieren sich beispielsweise gegen Atomwaffentests oder den ökologisch und sozial katastrophalen Abbau von Rohstoffen.

Was ist das Pazifik-Netzwerk genau?

Das Pazifik-Netzwerk ist ein seit den 1980er Jahren bestehender Zusammenschluss von Pazifik-Gruppen aus ganz Deutschland mit über 200 Mitgliedern. Es setzt sich für die Verbreitung politischer, wirtschaftlicher, ökologischer und kultureller Anliegen der pazifischen Inselstaaten – einer in Deutschland wenig beachteten Region – in der deutschsprachigen Öffentlichkeit ein. Das geschieht unter anderem online über eine Website, Facebook und Twitter und offline über Print-Publikationen, jährliche Tagungen zu wechselnden Themen und durch politische Aktionen. Gleichzeitig sind wir als Träger in die Bildungsarbeit der Pazifik-Informationsstelle und die Lobby-Arbeit des Ozeanien-Dialogs eingebunden. Außerdem gibt es Regionalgruppen – unter anderem in Hamburg, Berlin und Nürnberg.

Die Jahrestagung des Netzwerks:

Unsere nächste Tagung findet übrigens am Wochenende vom 6. bis 8. März 2020 in Göttingen statt. Auch wenn Sie nicht Mitglied, aber beispielsweise aus der Pazifik-Region zurückgekehrt sind: Sie sind herzlich eingeladen!

Die 2019er-Tagung „Langer Schatten der Kolonialzeit im Pazifik“ war ein voller Erfolg. Highlights waren eine polynesische Kava-Runde und Vorträge zur Unabhängigkeitsbewegung Neukaledoniens. Weitere Themen waren die fortdauernde Abhängigkeit vieler Inselstaaten von den alten Kolonialmächten und die Rückgabe von Gebeinen und Kulturgütern, die nach wie vor in deutschen Museen gelagert sind.

Die Jahrestagung 2019 des Pazifik­-Netzwerks 2019 ­hatte den Schwerpunkt „Langer Schatten der ­Kolonialzeit im Pazifik“.

 

Carsten Klink war von 2004 bis 2014 in Papua-Neuguinea und Bougainville (erschienen in transfer Ausgabe 2/2019)